Weihnachten im Ausland
X-mas, Noël, Navidad oder Christmas: Heiligabend weltweit
Wie ist eigentlich Weihnachten als Austauschschüler im Ausland? Hierzulande ist Weihnachten ist für die meisten ja das wichtigste Fest im Jahr. Alles fängt schon Ende Oktober an, wenn die ersten Weihnachtsnaschereien im Supermarkt Einzug halten. Dann beginnt der Advent, die erste Kerze brennt und leutet die Vorweihnachtszeit ein. Die Weihnachtsmärkte öffnen und Geschenke werden gekauft. Und meistens geht es dann schneller als gedacht und Weihnachten ist da!
Zum perfekten Weihnachtsfest gehören zum Beispiel ein geschmückter Weihnachtsbaum, bunt verpackte Geschenke, Weihnachtslieder, Nüsse und Plätzchen, ein leckeres Weihnachtsessen im Kreis der Familie und im besten Fall auch noch dicke Schneeflocken. Aber jede Familie hat auch ihre ganz eigenen Traditionen und Rituale.
Doch wie das, wenn man das Fest der Liebe im Ausland verbringt? Mit einer Familie, die nicht die eigene ist und Traditionen, die nicht die eigenen sind? Ist Heimweh vorprogrammiert oder ist es eine einmalige und unvergessliche Erfahrung?
Erfahre hier, wie unsere Austauschschüler das Weihnachtsfest im Ausland erlebt haben!
Weihnachten weltweit - Erfahrungsberichte unserer Austauschschüler
Weihnachten in Australien

Während meines neunmonatigen Australienaufenthalts habe ich unter anderem auch Weihnachten erlebt, was dort komplett anders im Gegensatz zu dem deutschen Weihnachten ist!
Nicht nur der eigentliche Tag des Festes ist anders, sondern auch die Vorbereitung darauf. Schon ab Juni/ Juli kann man Geschenke in allen möglichen Kaufhäusern zurücklegen und dann stufenweise abbezahlen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass dort die allermeisten Familien künstliche Weihnachtsbäume aus Kunststoff und keine Tannenbäume haben. Natürlich sind an den Weihnachtsbäumen auch keine echten Kerzen, da die Brandgefahr für diese künstlichen Bäume sehr hoch ist.
Auch das eigentliche Weihnachtsfest unterscheidet sich sehr von dem, was ich aus Deutschland kenne. Weihnachten findet dort am 25. Dezember statt und wird den ganzen Tag lang bis spät in die Nacht gefeiert, und nicht wie bei uns am 24. Dezember abends. Morgens hängen in den Stockings (Strümpfe) die Geschenke des Weihnachtsmannes, die dann von den Kindern geöffnet werden. Da es dort im Dezember sehr heiß ist – bis zu 40° Celsius! - ist das Weihnachtsessen nicht wie bei uns warm und deftig, sondern wie bei meiner Gastfamilie kalt. Es gab allerlei Schinken, Salate, Meeresfrüchte, Kuchen und den typischen Christmaspudding. Die einzige warme Speise kommt von BBQ und ist Fleisch.
Außerdem wird Weihnachten dort sehr „locker und gelassen“ und mit allen zusammen gefeiert, das heißt nicht nur Familie, sondern auch sämtliche Freunde kommen dort zusammen. Zur Kirche bin ich dort nicht gegangen, da für meine Gastfamilie die Zusammenkunft der ganzen Familie und Freunde, die man sonst nur selten sieht, im Vordergrund stand und nicht der religiöse Aspekt.
Alles in Allem war es ein völlig anderes Weihnachten als in Deutschland.
Trotz der Hitze während des Festes empfand ich auch ohne Schnee eine weihnachtliche Atmosphäre und habe eine ganz neue Erfahrung gesammelt, die ich nie vergessen werde. Vor allem nicht die Wasserschlacht, die irgendjemand aufgrund der Hitze angefangen hat, fand ich besonders witzig, da das in Deutschland zu Weihnachten niemals vorstellbar wäre, weil es viel zu kalt ist.
Michelle Berges – Australien
Weihnachten in den USA

Wie bekannst ist, wird Weihnachten in Amerika erst am 25. Dezember gefeiert. Am Tag davor, Heilig Abend, wird in einigen Familien noch der Weihnachtsgottestdienst besucht und danach zusammen gegessen und es wird Zeit mit einander verbracht. Jetzt sind schon alle gespannt, was Santa am nächsten morgen bringen wird.
Santa Clause kommt über Nacht durch den Kamin herein und steckt die Geschenke in die Socken, die am Kamin hängen. Ganz früh am Weihnachtsmorgen wecken dich deine Gastgeschwister aufgeregt mit den Worten: „Santa was here! Wake up!“. Dann werden erstmal die vielen Geschenke ausgepackt. Neben dem Kamin stehen ein leeres Glas Milch und fast aufgegessene Karotten und Cookies, die für Sansta und sein Rehntier gedacht sind.
Später am Tag trifft die ganze Familie zusammen. Über die letzte Woche hinweg haben sich schon viele Geschenke unter dem Weihnachtsbaum angesammelt, nun sind es noch viel mehr geworden und fast der ganze Raum ist bedeckt mit Gescheknen. Es werden Kekse und Kuchen und noch ganz viele andere Leckereien gegessen und ebenfalls Geschenke ausgepackt. So lässt man den Tag gemütlich ausklingen.
Vanessa Deppe - USA
Strand und Meer statt Winterspaziergang

Weihnachten im Sommer und das auch noch ohne Familie – das war am Anfang echt ein komisches Gefühl. Wenn es in Deutschland so richtig adventlich wird, wird es in Neuseeland immer wärmer und Weihnachten steht trotzdem vor der Tür. Die Vorweihnachtszeit ist irgendwie total an mir vorbeigerauscht, weil ich mich vielleicht auch einfach nicht damit abfinden wollte, Weihnachten im Sommer zu feiern. Die Kunsttanne mit bunten, blinkenden Lichtern meiner Gastfamilie und die rosafarbenen Plüschtannen mit Kunstschnee in den Geschäften machten es auch nicht grade besser.
Naja, dann waren die Feiertage auch plötzlich schon da! Heiligabend war wie jeder andere Tag auch, es mussten noch die letzten Geschenke eingepackt werden und der Truthahn wurde vorbereitet. Am nächsten Tag ging es dann recht früh zu der Verwandtschaft meiner Gastfamilie. Hier haben wir gefrühstückt und dann gabs natürlich auch noch eine Bescherung, aber auch das passte einfach nicht zu Weihnachten. Nachmittags bin ich dann mit meinem Gastbruder zum Strand gegangen und wir waren mit Boogieboards im Meer. Das war echt schön, aber das Weihnachtsgefühl verflog von Minute zu Minute. Abends waren wir dann noch zu einem Barbecue eingeladen. Hier haben wir dann Federball und Fußball bei 30 °C gespielt.
Im Ganzen war es ein schönes Fest, aber ich bevorzuge doch das kalte, weiße Weihnachten in Deutschland. Die Vorfreude auf Weihnachten verfolgt mich nun schon seit Sommer und alle halten mich für total bescheuert, da der letzte deutsche Winter ja so schneereich war. Es ist aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert!!
Jana Richter - Neuseeland
Jesus' Birthday oder Weihnachten in den USA

Als aller erstes muss ich anmerken, dass Weihnachten in den USA in etwa so groß gefeiert wird als wenn in Deutschland Weihnachten, Ostern, Geburtstag und Nikolaus auf einen Tag fielen. Letzterer wird in den USA stattdessen einfach mal gar nicht gefeiert, weshalb sich meine Gastfamilie, trotz Vorwarnung, ziemlich über die Süßigkeiten in den Schuhen gewundert hat.
Ich hingegen habe mich an Weihnachten nicht mehr nur gewundert, meine Stimmung schwankte zwischen Staunen mit offenem Mund und Entsetzen. Denn nicht nur die berühmten, übrigens sehr großen, Strümpfe, die jedes Familienmitglied am Abend des 24. Dezembers aufhängt waren am Morgen prall gefüllt mit Geschenken, sondern auch unser gesamtes Wohnzimmer war mit Geschenken überfüllt. Santa hat es wohl ein wenig übertrieben,denn der Raum kann nicht einmal mehr betreten werden ohne auf eins der Päckchen zu treten.
Noch sehr müde, da wir um etwa 5 Uhr morgens von meinem kleinen Bruder geweckt worden waren, starteten wir also einen regelrechten Auspack-Marathon. Besonders „Santa“ alias die Eltern taten mir ein wenig leid, weil sich Geschenke ja bekanntlich nicht von alleine einpacken. Aber schließlich hat Jesus nur einmal im Jahr Geburtstag und da muss man es ordentlich krachen lassen. Trotzdem habe ich mich aber sehr gefreut ein paar Geschenke auspacken zu können und bei all dem Trubel konnte ich ja gar kein Heimweh bekommen.
Richtig entsetzt war ich eigentlich auch erst, als wir so etwa gegen 8 Uhr zu Oma und Opa fuhren und dort einen nicht minder großen Haufen Geschenke vorfanden!
Trotzdem ein Besinnlichkeit lässt sich natürlich auch in den USA finden. Besonders die Weihnachtsmesse in der Kirche mit viel Gesang und einer ziemlich schön klingenden Musik erzeugt mit einer Art überdimensionierten Kuhglocken, hat mir sehr gut gefallen.
Trotz Plastikbaum und Geschenketürmen war es das schönste Weihnachten meines Lebens. Es gibt einfach nicht gemütlicheres als einen Weihnachtsmorgen in den USA!
Sonja Seneberg - USA





