Exotische Schulfächer im Ausland

Ein großer Vorteil, den der Besuch einer Schule im Ausland hat, ist die große Fächerauswahl. Hierzulande ist die Auswahl ja größtenteils auf die Standardfächer beschränkt, die Möglichkeit mal etwas Ungewöhnliches zu lernen oder etwas Kreatives zu machen hat man nur in seiner Freizeit oder bestenfalls in AGs.

Die Schulen im Ausland, allen voran in den USA, Australien und Neuseeland, bieten aber häufig auch exotischere oder ungewöhnlichere Fächer an. Während Deines Austauschjahres hast Du dann die Chance, mal etwas ganz neues zu entdecken.

Welche exotischen Schulfächer haben unsere ehemalige Austauschschüler belegt? Was hat ihnen dabei besonders Spaß gemacht?

Exotische und ungewöhnliche Schulfächer - Erfahrungsberichte

Mein absolutes Lieblingsfach „Marine Studies“...

An der Robina State High School in Australien gab es zum einen verpflichtende Fächer. Diese waren Englisch und Mathe – allerdings gab es bei Mathe drei verschiedene Schwierigkeitsstufen (Maths A, B, C) und auch für Englisch verschiedene Kurse, die sich eher auf Literatur spezialisierten oder auch gezielten Unterricht für Internationals anboten.
Allerdings hatte ich auch „Film & TV“ als Schulfach. Während diesem Unterricht haben wir uns u.a. Filme angeschaut (beispielsweise die normale und die asiatische Version von „The Ring“) und unsere Aufgabe war es, diese Filme miteinander zu vergleichen und zu analysieren. Im weiteren Verlauf sind wir auch etwas auf das Filmedrehen eingegangen und haben verschiedene Kameraeinstellungen und deren Wirkung besprochen.
Ebenso gefiel mir das Fach „Dance“, denn so konnte man ein Hobby auch als Schulfach verwirklichen. Ein ganz großer Teil davon war natürlich das Einstudieren eine Choreographie, die später bewertet wurde. Außerdem haben wir einen Tanzfilm geschaut, darüber gesprochen und einen Bericht geschrieben.
Mein absolutes Lieblingsfach war allerdings „Marine Studies“ – also Meeresbiologie, was sich an einer Schule in Australien, die nah am Strand ist, natürlich anbietet.
Neben dem Theoretischen haben wir aber auch viele Exkursionen gemacht. Beispielsweise waren wir dreimal Angeln und haben viel über die heimischen Fische gelernt. Außerdem sind wir sehr oft am Strand gewesen, haben Surfen gelernt, einen „life-saving“-Kurs gemacht und einiges über die Gefahren des Meeres erfahren.
Wenn man diese besonderen Fächer hatte, dachte man gar nicht daran, dass es richtiger Unterricht war, denn vielmehr stand der Spaßfaktor im Vordergrund.

Katharina Richard - Australien

Film & Media

Während meines Aufenthaltes in Australien habe ich viele verschiedene Fächer zur Auswahl gehabt. Um mögelichst viele dieser in Deutschland nicht angebotenen Fächer ausprobieren zu können, habe ich meine Fächer meistens nach einem Term umgewählt.

Das „exotischste Fach“, das ich hatte, war „Film & Media“. Es ist zu einem meiner Lieblingsfächer geworden, weil es einfach unglaublich viel Spaß gemacht hat. Das Fach Film & Media selbst ist sehr unterschiedlich. Mal schaut man sich eine Zeit lang Filme an und analysiert sie, dann spielt man auch Szenen von Filmen nach. So haben wir uns z.B. Szenen aus dem Film Titanic ausgesucht, nachdem wir ihn geguckt haben. Daraufhin haben wir uns Kostüme zusammengesucht und passende Locations gefunden und dann Texte geschrieben und die Szene nachgespielt. Natürlich wurde das auch von einem Schüler gefilmt.

Das coolste Projekt war meiner Meinung nach aber, als sich jeder Schüler selbst einen Kurzfilm ausdenken und verfilmen sollte. Dabei waren uns keinerlei Grenzen gesetzt, wir konnten alles verfilmen, was wir wollten. So hat sich jeder eine eigene Story ausgedacht, eine Location gesucht und sich seine eigenen Schauspieler zusammengesucht. Nachdem alles gedreht war, muss man natürlich auch seinen Film zusammenschneiden und mit Musik, Sounds, Specialeffekts, usw. unterlegen. Das haben wir mit speziellen Programmen, die auf den Computern der Schule vorhanden sind, gemacht. Der schönste Teil des Ganzen war ganz zum Schluss bei der Film-night der Schule, bei der alle Filme (wenn man das möchte) vorgespielt wurden und jeder kommen konnte, um diese zu bewundern.

Dieses Fach hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich kann es mit keinem Fach in Deutschland vergleichen. Da ich eigentlich nicht sehr kreativ bin, war ich anfangs sehr kritisch, ob mir dieses Fach gefallen wird. Doch ich bereue nicht, dass ich das Fach gewählt habe und somit eine völlig neue Erfahrung gesammelt habe.

Michelle Berges - Australien

Meine Gastschule bot so viele verlockende Dinge an...

Die Auswahl meiner Fächer fiel mir wirklich besonders schwer. Meine Gastschule bot so viele verlockende Dinge an, die es an meiner deutschen Schule nicht gab. Darunter fielen zum Beispiel Theater, Kochen, Maori, verschiedene Werkfächer (mit Metall oder Holz oder…), Outdoor Education und noch viele mehr. Alle konnte ich leider nicht belegen also suchte ich mir einige heraus.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich gerne Maori (die Sprache der Ureinwohner Neuseelands) belegt hätte, allerdings soll die ziemlich schwierig sein und anfangs wusste ich noch nicht wie viel ich mir zutrauen konnte mit der ganzen neuen Situation am anderen Ende der Welt.

Die Fächer, die ich dann aber letztendlich belegte, haben mir aber am Ende wirklich viel Spaß gemacht. Darunter fielen Theater und besonders Outdoor Education. Outdoor Education habe ich allerdings nur im ersten viertel Term belegt, da dieses Fach einen Zuschlag verlangt und ziemlich teuer ist. In diesem Term stand Kajaken auf dem Lehrplan. Anfangs fuhren wir einmal die Woche in ein Schwimmbad um die sogenannte Eskimorolle zu üben. Später veranstaltete die Schule zwei Outdoor-Trips. Eine für diejenigen, die die Eskimorolle schon ziemlich gut beherrschten, war ein River-Kajaking Trip  und für diejenigen, die diese noch nicht felsenfest konnten war ein Sea-Kajaking Trip aufs Meer mit Übernachtung auf einer nur mit dem Boot zugänglichen Insel geplant. Das war das beste Erlebnis meines ganzen Auslandsaufenthalts. Wenn ihr dazu mehr wissen wollt könnt ihr mich gerne über Travelworks kontaktieren ;)

Auf jeden Fall lohnt es sich wirklich exotische Fächer zu belegen, vor allem wenn ihr wisst ob ihr das Jahr das ihr in eurer deutschen Schule verpasst wiederholt oder nicht. Bei meiner Gastschule war es so, dass man von Jahr zu Jahr weniger Pflicht und mehr Wahlfächer hatte. D.h. wenn ihr wiederholt könnt ihr euren Stundenplan fast komplett aus exotischen Fächern zusammenstellen. Es lohnt sich wirklich! Aber auch wenn ihr nicht vorhabt zu wiederholen könnt ihr eure wichtigen Fächer, die ihr für zu Hause dringend braucht mit in euren Stundenplan aufnehmen und zusätzlich neue Fächer mit aufnehmen. Sie vermitteln ein Stück Kultur, machen riesig Spaß und außerdem habt ihr ja nicht vor ein Jahr wie zu Hause zu verbringen sondern wollt euch wirklich neue Sachen erleben! Also nur Mut traut euch ruhig solche Dinge zu!
Ich wünsche euch ganz viele tolle Erlebnisse und Fächer!

Nina Fichtner - Neuseeland

Militärunterricht – Das ist das Leben an der DMA

Für mich war mein Austausch ein ganz besonderes Erlebnis. Nicht nur war die Sprache ungewohnt für mich, auch meine Schule war sehr anders, sogar für amerikanische Verhältnisse. Ich ging auf die Delaware Military Academy, eine Militärschule, eine der besten im ganzen Land. Nachdem ich über meine Schule Bescheid wusste, war ich natürlich sehr nervös. Diese Nervosität war im Nachhinein eigentlich gar nicht berechtigt, denn alles war an dieser Schule ganz normal, bis auf das Fach Naval Science. Dort wurde den Schülern alles über das Militär beigebracht.

Jeden Donnerstag fanden in diesem Fach Inspektionen statt, in denen das richtige Tragen der Navy-Uniform überprüft wurde. Außerdem wurde an diesem Tag eine Pass-in-Review durchgeführt. Ich nannte es immer: „zweimal um die Schule marschieren“. Im Prinzip war es eigentlich ganz lustig und die Schüler an meiner Schule waren wirklich disziplinierter als andere, was aber nicht hieß, das wir weniger Spaß hatten. Außerdem hatten wir durch Naval Science mehr freie Tage als alle anderen Schulen, was ich wirklich sehr cool fand. 

Freitags wurde dann auch noch „Physical Training“ durchgeführt. Für mich hieß das: Liegestütze, Sit-ups und weiteres Krafttraining mit anschließenden Spielen von Sportarten mit meinen Freunden. Jeder mochte Freitage, denn nur an diesem Tag war es erlaubt eine Jogginghose und ein T-Shirt zu tragen. Naval Science war ein wirkliches Erlebnis und hat mein Austauschjahr total geprägt. Ich glaube nicht, dass es in Deutschland irgendwo so ein Fach gibt. Außerdem fällt einem im Naval Science auch sofort auf, wie stolz die Amerikaner auf ihr Land sind.

Kerstin Farke - USA

Hab ihr schon mal von Soft Tech gehört?

Hab ihr schon mal die Fachbezeichnung Soft Tech gehört? Eigentlich heißt es Soft Technology. Es war eines mein Lieblingsfächer, denn man konnte kreativ sein. Soft Tech war nichts anderes als Kleidung zu designen und sich am Ende des Jahres sein bestes Kleidungsstück heraus zu suchen und es zu schneidern.

Es gibt für jeden Jahrgang ein bestimmtes Thema meines war "in 30 Weeks around the World".  Jeder hat ein Kleidungsstück nach einem Land entworfen seiner Wahl. Am Ende des Jahres wurde eine richtig Modenschau gemacht auf 'nem richtigen Laufsteg mit ausgebildeten Models. Von meiner Freundin das Outfit wurde zum Besten gewählt und ich muss sagen sie hat super gearbeitet und ich war fast neidisch.

Das was sie entworfen hatte war wirklich was neues und ich hätte es sogar in einem Laden gekauft doch ich hatte das Glück das sie es für mich entworfen hatte und es mir somit schenkte. Ich kann  nur sagen Soft Tech ist ein Fach in dem man was schafft und für die die sich für Mode interessieren einfach ein geniales Fach ist.

Nele Päsler - Neuseeland

Die allbekannte Qual der Wahl

In Australien ist das Schulsystem komplett anders als in Deutschland. Man kann aus verschiedensten Fächern auswählen, welche man als Unterrichsfach haben möchte.

Von Film & TV über Marine studies bis hin zum Surfunterricht.... Es ist so ziemlich alles dabei, was man sich nur vorstellen kann. Meine "besonderen" Fächer waren Marine Studies ( Schnorcheln, fischen etc.), Photographie, normale Biologie und Film & TV.

Da man nur 6 Fächer hat und Mathe und Englisch Pflichtfächer sind, konnte ich keine weiteren exotischen Fächer nehmen.... Leider...
Man hat also bei der Fächerwahl die allbekannte Qual der Wahl...

Kim Müller - Australien

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