Mein erster Schultag
Keiner kann Dir genau sagen, was Dich an Deinem ersten Schultag erwarten wird. Es ist auf jeden Fall ein Sprung ins Ungewisse. Aber sicher ist: Du wirst spannende Erfahrungen machen und ganz viele neue Leute kennen lernen! Grade als Gastschüler aus einem anderen Land kommt man schnell mit den anderen Schülern in Kontakt, denn werden neugierig auf Dich sein und mehr von Dir erfahren wollen.
Hier berichten unsere Austauschschüler darüber, wie sie ihren ersten Schultag erlebt haben, welche ihrer Erwartungen sich bewahrheitet haben und welche nicht, wie sie ihre neuen Mitschüler erlebt haben etc.
Mein erster Schultag - Erfahrungsberichte
Alles anders

Ich weiß noch wie ich meinen ersten Tag in der Highschool hatte. Mein Gastvater zeigte mir den schmalen Trampelpfad neben dem Highway bis zu einer Abbiegung, wo wir dann plötzlich am Straßenrand stoppten. Er sagte, dass der Bus irgendwo hier halten müsse ungefähr um diese Zeit. Irgendwann kam dann auch der Bus und der Fahrer erklärte uns, dass er eigentlich immer an der nächsten Ecke halte – in Zunkunft stand ich auch dort mit ein paar anderem im Gras unter einem Stoppschild. Auch der Bus war anders - so wie man ihn aus dem Fernsehen kennt: gelb mit schwarzen Umrandungen und innen drin jeweils links und rechts eine Reihe von braunen alten Ledersitzen, auf die jeweils zwei Leute passten. Beim Halten klappte ein Stoppschild aus und während man die kleine Treppe hochstieg, kam einen schon alte (Rock-)Musik entgegen und der Busfahrer wünschte einem einen schönen Morgen. Auch dort muss man jedes Mal sein Ticket vorzeigen – beim Schulbus eine extra Schulbuskarte der Schule mit einem kleinem Foto von sich drauf. Schon nach den ersten paar Tagen gab es nämlich einen Fototermin für die ganze Schule – die gemachten Fotos landeten dann am Ende des Jahres im einmaligen Jahrbuch. Für dieses gab es ein extra Team, welches sehr viel darein investiert hatte.
Generell waren die Kanadier und deren Lehrer sehr engagiert und begeistert: Es gab viele Möglichkeiten etwas zu machen, wobei man sich der Unterstützung von motivierten Lehrern sicher war: Es gab sehr viele Sportteams, Musikteams, Künstlerteams und sozial engagierte Teams. Ich selbst war im Chor und in Stage Craft, was so etwas wie Bühnenbildnerei u.ä. für die Theateraufführungen war. Am liebsten hätte ich noch mehr gemacht, aber ich hatte auch so schon genug zu tun.
Sonja Grollius, Kanada
Ein spannender Tag mit vielen neuen Eindrücken
Mein erster Schultag an meiner Gastschule war sehr aufregend und voller neuer Eindrücke. Natürlich war ich ein bisschen nervös, da ich noch niemanden kannte und ich nicht wusste was mich erwartete. Mein Gastvater hat mich morgens zur Schule gefahren und ich bin voller Vorfreude in Richtung Haupteingang und wurde dort ersteinmal positiv überrascht. Mehrere Schüler standen vor der Tür und verteilten an jeden der in die Schule ging kleine Süßigkeiten und sagten, da es für alle der erste Schultag nach den Ferien war, "Welcome back". Das fand ich sehr sympatisch und meine Aufregung hat sich durch diese Aufmerksamkeit ein wenig gelegt und ich habe mich willkommen gefühlt.
Da ich meinen Stundenplan schon ein paar Tage vor Schulbeginn bei der Anmeldung bekam wusste ich welches Fach ich in der ersten Stunde hatte, jedoch nicht wo ich hinmusste und wo sich der richtige Klassenraum befand. Also bin ich zum Counseling Office und dort ist dann ein Schüler, der die erste Stunde freihatte, mit mir durch die Schule und hat mir alle Klassenräume gezeigt, die für mich wichtig waren. Die ersten Stunden liefen ganz gut und es wurden viele Formalitäten und allgemeine Dinge geklärt und jeder Lehrer hat die Themen für das kommende Schuljahr und ihre Erwartungen and die Schüler vorgestellt. In den Klassen hat man schon ein paar Leute kennengelernt, da ich jedoch in jeder Stunde so viele neue Gesichter gesehen habe, konnte ich mir nur vereinzelt Namen merken und habe mich auch hauptsächlich darauf konzentriert die Lehrer und meine Mitschüler zu verstehen, da sie sehr schnelles Englisch redeten und sie doch einen ganz anderen Akzent hatten als man es vom normalen Schulenglisch gewöhnt ist. Zum Lunch habe ich mich dann einfach, mit Leuten die ich zuvor schon in einer Klassse kennengelernt habe, an einen Tisch gesetzt und konnte mich mit ihnen unterhalten und so schon erste Kontakte knüpfen.
Nach der 6. Stunde ging es zu der Sportart die ich gewählt habe: Cross Country, also laufen. Dort haben sich erst alle umgezogen und dann zu einem "team meeting" getroffen, in dem ebenfalls wichtige Dinge für das Schuljahr geklärt wurden. Wir sind dann noch ein paar Runden um den Sportlatz gelaufen und ich habe Bekanntschaft mit Schülern gemacht, die später sehr gute Freunde von mir geworden sind. Am ersten Tag musste ich also noch nicht so viel laufen und war auch ganz froh darüber, da der Tag schon anstrengend genug war und ich froh war wieder von meinem Gastvater abgeholt zu werden. Es war trotzdem ein schöner Tag, da alle sehr freundlich und hilfsbereit waren und ich werde diese ersten Eindrücke von meiner Gastschule nie vergessen.
Franziska Adams - USA
Nicht der beste, aber auch nicht der schlimmste Tag

In der Nacht vor meinem ersten Schultag konnte ich kaum schlafen, da ich so aufgeregt war und mir 1.000 Fragen gestellt habe. Was wenn ich keine Freunde finde? Was wenn mich die Lehrer hassen? Was wenn ich niemanden verstehe? Am nächsten Morgen, nach ein paar kurzen Stunden Schlaf war es dann endlich so weit. Meine Gastmutter musste natürlich noch ein Foto von meiner Gastschwester und mir machen, aber dann sind wir endlich Richtung Schule gefahren.
Die Fahrt dauerte ca. 3min, aber dennoch kam es mir vor wie eine Ewigkeit. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass wir ein wenig im Stau standen. Ja, man kann in Amerika wenn man zur Schule fährt sehr leicht in einen Stau kommen. Dann standen wir also da, kurz vor der Schule doch es dauerte noch weitere 3 min bis wir dann endlich in der Schule waren. Meine Gastschwester begleitete mich noch zu meinem „Locker“, den ich natürlich nicht aufbekam. Dann stellte sie mich noch einigen ihrer Freunde vor, welche sehr nett war, was mich ziemlich beruhigte.
Dann ging der Unterricht los und meine erste Klasse war „Gym“. In Amerika bekommt übrigens jeder auch seinen eigenen Sportlocker, den ich natürlich auch nicht aufbekam. Na toll. In den anderen Fächern war alles ganz normal, alle Lehrer haben sich erst mal vorgestellt und dann musste sich jeder Schüler vorstellen. Alle Lehrer waren total fasziniert, dass ich von so weit her gekommen bin und haben mich wie einen Außerirdischen behandelt.
Dann kam der Deutschunterricht und ich hatte mich schon so darauf gefreut endlich wieder Deutsch zu reden. Doch als ich in das Klassenzimmer betrat, sah ich 29 brüllende und kreischende Jungen, die auf den Tischen kletterten. Meine Deutschklasse bestand also aus 29 unreifen 18 jährigen Jungen und 2 anderen Mädchen, von denen eine wahrscheinlich schon so eingeschüchtert war, dass sie gar nicht sprach. Die Lehrerin war sehr nett und das wusste ich auch schon vorher, da sie mir half meine Klassen auszuwählen. Dann, nachdem sich die Jungs alle ein wenig beruhigt hatten, mussten alle die nach vorne, die während des Sommers Geburtstag hatten.
Na super, natürlich hatte ich auch im Juli Geburtstag und musste deshalb auch nach vorne. Ich ahnte nichts Gutes und dies wurde mir dann auch nur wenige Sekunden später bestätigt, als die ganze Klasse plötzlich anfing „Zum Geburtstag viel Glück“ zu singen. Natürlich in sehr schlechtem Deutsch. Als der Schultag dann zu Ende war, war ich immer noch von der Deutschklasse traumatisiert und meine Gastschwester lacht nur darüber, doch sie hatte keine Ahnung. Ich meine so schlimm wie ich ihn mir vorgestellt habe, war der erste Schultag nicht, doch der beste Tag meines Lebens war es mit Sicherheit auch nicht.
Alexandra Baumann - USA
Der Beginn meines großen Abenteuers...
Mein erster Schultag begann schon einen Tag vor dem regulären Ende der Sommerferien. Da außer mir noch viele andere Gastschüler meine Schule besuchten wurde für uns ein extra Tag zur geographischen und psychischen Orientierung. Uns wurde viel über die Schule erzählt und wir wurden informiert auf was wir achten mussten und zu wem wir kommen konnten, wenn wir Probleme mit Lehrern oder unserer Gastfamilie kamen. Außerdem sollten wir uns kurz vor den anderen vorstellen, denn das würden wir in den darauf folgenden Monaten ja noch öfter tun müssen.
Außerdem machten wir einen kleinen schriftlichen Test, da an unserer Schule ein extra Enlischkurs für Gastschüler angeboten wurde. Das Englisch von vielen von uns war aber gut genug um uns in die normale Englischklasse einzuteilen. Kein Test über den man sich also viele Gedanken machen musste. Danach stand eine ‚kleine’ Schulhofolympiade an. Es hab verschiedene Stationen, die wir auf dem Schulgelände finden mussten und dort hatten wir dann verschiedene Aufgaben zu erledigen. Dazu hatten wir eine Karte, die einen Überblick über das gesamte Schulgelände verschaffte.
In der ersten halben Stunde fragte ich mich ernsthaft ob ich es jemals schaffen würde pünktlich zum Unterricht zu erscheinen, denn das Schulgelände war riesig und ich ahnte, dass ich mich erst einige Male verlaufen würde bevor ich sicher wusste mein jeweiliges Klassenzimmer zu finden. Unsere Schule bestand aus verschiedenen Blöcken. Jeder Block war ein eigenes Gebäude und es gab die Blöcke A bis T plus Turnhalle, Sportplatz und Swimmingpool. Nur um eine annähernde Vorstellung von der immensen Größe zu verschaffen. So gesehen war ich wirklich dankbar für diesen Orientierungstag.
Bevor unser erster Schultag zu Ende war versammelten wir uns allerdings noch in der Hall, wo uns einige Maori (Ureinwohner) noch ein Kapa Haka (Sing- und Tanzkultur der Maori) vorführten. In gespannter Stille sahen wir zum ersten Mal ein Stück der Kultur Neuseelands. Dann war der Tag zu Ende. Aber mein eigentlicher erster Schultag stand mir ja erst noch bevor und damit auch der Beginn meines großen Abenteuers…
Nina Fichtner - Neuseeland
Mein 1. Tag an der DMA

Es war der 9.September im Jahre 2010. Mein erster Schultag. Ich war wirklich nervös, konnte es aber auch kaum erwarten. Um 5 Uhr morgens machte ich mich fertig und schlüpfte in meine Uniform. Es war auch der erste Tag meines Gastbruders, also fühlte ich mich nicht so alleine. Gemeinsam liefen wir zu der Bushaltestelle, wo wir zusammen in den typisch gelben Schulbus einstiegen und eineinhalb Stunden zu der Delaware Military Academy fuhren.
Je näher wir der Schule kamen, desto nervöser wurde ich. Ich dachte über viele Dinge nach. Wie würden die Lehrer sein? Würde ich schnell Anschluss finden? Würde ich alles gut verstehen? Als ich dann schließlich aus dem Bus ausstieg, war die ganze Schule schon im Chaos versunken und keiner der neuen Schüler wusste überhaupt was los war und wo sie zu sein hatten. Ich hatte zum Glück beim Cross Country schon einige Bekanntschaften mit älteren Schülern gemacht, was mir sehr half. Sie sagten mir wo mein „homeroom“ ist und von da an lief alles wie geschmiert.
Meine Mitschüler löcherten mich mit Fragen über Deutschland und die, die noch nicht wussten, dass ich die neue Austauschschülerin war, wussten dank meines Akzentes einige Sekunden später, wer ich war und wollten sofort meine neuen besten Freunde sein. Im Unterricht verstand ich auch sofort alles und bei Verständnisproblemen kamen sofort immer alle angerannt um mir Dinge zu erklären. Am Ende des Tages war ich total erschöpft, aber auch sehr glücklich es überstanden zu haben. Man findet als Austauschschüler auf jeden Fall sehr schnell Anschluss und alle sind total interessiert, daher muss man sich vor dem ersten Schultag überhaupt keine Sorgen machen.
Kerstin Farke - USA




