Heimweh vs. Fernweh
Falls Du Dich für einen Schüleraustausch interessierst, hast Du Dir vielleicht schonmal über das Thema "Heimweh" Gedanken gemacht. Du möchtest zwar unbedingt ins Ausland und freust Dich auch total auf Dein Abenteuer, allerdings hast Du auch ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch, wenn Du daran denkst, Deine Familie und all Deine Freunde für so lange Zeit zu verlassen.
Fakt ist, die meisten Austauschschüler werden irgendwann während ihres Auslandsaufenthaltes mal von Heimweh geplagt. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Du wirst so viele spannende Eindrücke sammeln und im Gastland nach und nach so viel Anschluss finden, dass das Heimweh irgendwann verschwunden ist.
Aber wir können Dir viel erzählen.. Am besten liest Du selbst, was Austauschschüler zum Thema Heimweh denken und erlebt haben:
Heimweh vs. Fernweh - Erfahrungsberichte unserer Austauschschüler
Natürlich hat man am Anfang auch einmal Heimweh
Natürlich hat man am Anfang auch einmal Heimweh. Bei mir war das besonders noch die ersten beiden Nächte so, denn durch den Jetlag hat man noch einen ganz anderen Ablauf und dann kann es durchaus mal sein, dass man nachts aufwacht und sich sehr alleine fühlt. Meiner Meinung nach ist die emotionale Belastung in dieser Zeit auch noch mit am größten.
Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass ich diese Phase schnell überbrücken konnte und meine Gastfamilie wurde für mich wie meine eigene Familie. Alles, was ich zu Hause an Rückhalt hatte, wurde mir auch von meiner Gastfamilie gegeben und es gab eigentlich gar keinen Grund, sich alleine zu fühlen, denn ich konnte mit meiner Gastmutter über alle Probleme sprechen – auch über Probleme mit Freunden oder in der Schule.
Zum Ende meines Aufenthaltes in Australien hat sich das Blatt eher gewendet und ich war traurig, dass ich heim musste, weil ich in Australien doch alles hatte, was ich auch hier in Deutschland hatte.
Eine Erfahrung war auch besonders wichtig für mich: Ich bin mit einer Jugendgruppe für ein Wochenende nach Sydney geflogen und es waren sehr anstrengende und schöne Tage. Trotzdem hatte ich Heimweh – allerdings nicht nach Deutschland, sondern nach meiner Gastfamilie in Australien!!!
Katharina Richard - Austauschschülerin in Australien
Fernweh ist schlimmer als Heimweh
Bevor ich in die USA geflogen bin, war mir schon bewusst, dass ich wahrscheinlich sehr viel Heimweh haben würde. Vor allem meine Freunde würde ich sehr vermissen. Einmal in Amerika angelangt, sah alles jedoch ganz anders aus. Meine ersten drei Tage waren schon so ausgeplant, dass ich überhaupt keine Zeit hatte irgendjemanden zu vermissen. Meine Gastfamilie hielt mich so beschäftigt, dass ich über das ganze Jahr fast gar kein Heimweh hatte und auch die Schule hielt mich auf Trapp.
Natürlich vermisste ich trotzdem einige Dinge über Deutschland, wie die Möglichkeit mit dem Bus oder zu Fuß eigentlich überall hinzugelangen, da dies in den USA überhaupt gar nicht ging und man immer auf eine Mitfahrgelegenheit angewiesen war. Meine Freunde und Familie fehlten mir an meinem Geburtstag erst richtig.
Zurück in Deutschland war das Fernweh jedoch extrem. Ich vermisste meine Gastfamilie so sehr und alles in meiner Heimat war nur noch ungewohnt und schien mir nicht mehr normal. Die ersten zwei Wochen waren am schlimmsten und ich schrieb ständig mit meinen amerikanischen Freunden und Familie. Glücklicherweise blieb das Verhältnis zu meinen alten Freunden wie früher. Da das Heimweh jetzt aber immer noch nicht ganz verschwunden ist, werde ich nun noch einmal ein Weihnachtsfest mit meiner Gastfamilie verleben.
Kerstin Farke - Austauschschülerin in den USA
Auch die stärkste Person wird ein bisschen Heimweh bekommen
Wenn man drüber nach denkt über das Thema Austausch denkt man bestimmt auch an Heimweh. Denkt darüber nach ob man das schafft oder ob es zum Problem werden könnte. Ich war so sicher das ich nicht daran erkranken werde. Doch ich glaube auch die stärkste Person wird ein bisschen Heimweh bekommen. Es ist nur die Frage wie stark.
Man vermisst nun Mal seine Familie und seine Freunde besonders in den Dunklen Jahreszeiten wie den Winter. Winter in Neuseeland zum Beispiel ist nur Regen und Wind. Du bist immer nass es ist Dunkel. Da habe ich angefangen meine Familie zu vermissen. Doch meine Gastfamilie hat mir super darüber hinweg geholfen, natürlich war es auch gut mit meiner Mutter über Skype zu sprechen. Man muss nur wissen das es vorbei geht. Wenn man erstmal über's Heimweh hinweg ist, ist der Aufenhalt entspannt und man will eigentlich seine Familie nicht sprechen.
Doch was ich persönlich schlimmer finde als Heimweh ist das Fernweh. Jetzt wo ich wieder zuhause bin kann ich nur daran denken wieder hier weg zu kommen. Deshalb bin ich auch im Returnee Club von Travel Works. Ich möchte mir meinen Rückflug zusammen sparen. Vielleicht sogar im Ausland studieren, Travel and Work oder freiwilligen Arbeit im Ausland. Ich kann fast versprechen das wenn man aus dem Ausland zurück ist und ein tolles Jahr verbracht, immer wieder zurück will. Um seine Freunde zu besuchen, das Land immer weiter zu entdecken oder einfach seine Familie wieder zu sehen.
Nele Päsler - Austauschschülerin in Neuseeland
Heimweh was ist das?
Heimweh was ist das? - Nach einem Auslandsjahr weiß man das ganz sicher! Davor konnte ich es mir aber das nur vage vorstellen. Für mich war das nie ein großes Thema. Die ersten Wochen waren gut. Ich habe meine Familie und Freunde nur kaum vermisst, allerdings kam dann mein Geburtstag. Das war einer der härteren Tage. Die ganzen Tradition mit meiner Familie, .... aber am Ende war mein Geburtstag doch total „spezial“ und aufregend. Meine Gastmama hat mir einen Kuchen gebacken mit 16 Kerzen drauf und Geschenke gab es auch. Mein erster Geburtstag ohne meine Familie und dem Gewöhnlichem „drum herum.
Bis Weihnachten war dann wieder alles okay. Weihnachten war ich dann wieder ein bisschen „down“ aber es war halb so schlimm. Ich kann allen raten die in so einer Situation sind: Lenkt euch ab!!! Dann vergeht die Zeit und man ist aus dieser doch natürlichen Phase schneller draußen als ihr denkt! Plötzlich ist die Zeit so wahnsinnig schnell vergangen, dass ich sie wieder zurück drehen wollte, denn im Handumdrehen war ich wieder in Deutschland mit meiner Familie und vermisse jetzt meine Gastfamilie die mir in 10 Monaten so ans Herz gewachsen ist.
Als ich in America war wusste ich immer ganz sicher nächstes Jahr im Juni sehe ich meine Familie und Freunde wieder und jetzt.... jetzt weiß ich gar nicht wann ich meine Gastfamilie und amerikanischen Freunde wieder sehe (hoffentlich bald)! Genießt eure Zeit so gut es geht. Es wird immer „ups and downs“ geben und die Zeit vergeht am Ende doch viel zu schnell.
Andrea Stefke - Austauschschülerin in den USA
Jetzt ist das Fernweh umso schlimmer
Heimweh, war bei mir ganz schlimm! Es hat erst so in meiner 3. Woche angefangen, als meine Gastmutter wieder arbeiten musste und ich nach der Schule von 3 bis 6 Uhr allein zuhause war. Dann konnte mich nichts aufheitern, keine Schokolade, Musik etc. Manchmal bin ich sogar schon mit Heimweh aufgestanden, doch sobald ich in der Schule war und meine Freunde um mich hatte war alles wie weggeblasen!
Ich konnte sogar an mein Heimweh denken ohne, dass ich mich traurig gefühlt habe. Ich muss zugeben, dass ich oft geweint habe, aber danach ging es mir wieder gut. Das Heimweh kam nicht daher, dass es mir nicht gefallen hätte oder, dass irgendjemand gemein zu mir gewesen wäre, sondern einfach, weil ich allein war und alles noch so neu.
Ein gutes Mittel gegen Heimweh war für mich der Strand und meine Gastmutter. Mit dieser hatte ich jeden Abend ein „Ritual“, nämlich, dass ich mich neben sie auf den Boden gesessen habe, während sie auf dem Sofa war und wir haben zusammen noch ein bisschen ferngesehen. Irgendwann hat sie gemerkt, dass ich Heimweh hatte und hat einfach ihren Arm um mich gelegt und ich hab mich wieder gut gefühlt.
Als wir das so jeden Abend vor dem Schlafen geh gemacht haben, hatte ich nur noch 1,2-mal Heimweh und das bei weitem nicht so schlimm wie am Anfang. Umso schlimmer ist dafür jetzt das Fernweh umso schlimmer! :-D
Bettina Estermeier - Austauschschülerin in Australien
Höhen und Tiefen gehören dazu
Heimweh, das war noch nie ein Problem für mich gewesen. Eigentlich kannte ich so richtiges Heimweh noch gar nicht. Ich wurde zwar durch Travelworks darauf vorbereitet das in dem einem Jahr nach etwa einem Monat so ziemlich jeden das Heimweh packt, aber dass es mich wirklich so mitreißt hätte ich nun wirklich nie gedacht.
Doch es kam schlimmer als befürchtet: auf einmal ganz allein in einem fernen Land, ich fühlte mich verloren und wollte nur noch nach Hause zu meinen Freunden und meiner Familie. Mich in den USA einzuleben fiel mir schwerer als gedacht, doch ich habe letztendlich auch diese Hürde genommen. So schnell darf man nicht aufgeben, und im Endeffekt hat sich das kämpfen gelohnt.
Höhen und Tiefen gehören nun mal dazu, und auch die Zeiten voller Heimweh übersteht man. In dem Moment hält man es für unmöglich, aber ist der Tiefpunkt am Anfang erst einmal überstanden geht es nur noch bergauf.
Ein High School Jahr zu absolvieren war die beste Entscheidung die ich machen konnte, und ich bereue es kein bisschen. Also wenn euch der Heimweh packt - ihr könnt mir glauben: uns allen ging es schon so und es geht wirklich vorüber. Versprochen.
Kim Gabbi - Austauschschülerin in den USA
Das Heimweh war nichts gegen das Fernweh
Alles in Allem muss ich sagen, dass ich im gegensatz zu anderen Schülern, die ich während meiner Zeit des Austausches kennengelernt habe, nur sehr wenig Heimweh hatte – so wenig, dass meine Eltern schon fast besorgt waren. ;-)
Die ersten zwei Naechte waren allerdings furchtbar. Da ich aufgrund der Zeitumstellung kaum schlafen konnte und nur am Computer in Facebook und Skype war und ständig Kontakt mit Eltern & Freunden hatte, dachte ich an nichts anderes als Deutschland und wollte am liebsten sofort wieder nach Hause. Doch schon nach ca. 3 Tagen hatte ich mich an die Zeitumstellung, meine Gastfamilie und mein neues Zuhause gewöhnt und damit war dann auch mein Heimweh vorüber. Während der restlichen neun Monate meines Aufenthalts hatte ich kein Heimweh mehr.
Natürlich habe ich trotzdem oft an meine Familie & Freunde gedacht und mich gefragt, was sie gerade so machen und was ich so alles während meiner Abwesendheit verpasse.
Trotzdem war mein Heimweh im Gegensatz zu meinem Fernweh nach Australien gar nichts. Mein Fernweh fing sozusagen schon in Australien an, da ich die ursprüngliche Dauer meines Aufenthalts von sechs Monaten auf neun Monate verlängert habe, da ich auf keinen Fall schon wieder nach Deutschland wollte. Nach meiner Ankunft in Deutschland war ich sehr traurig und habe eigentlich alles in Australien vermisst. Meine Freude über meine deutschen Freunde und Familie wurde oft von der Sehnsucht nach meinen neugewonnenen Freunden und meiner „zweiten“ Familie überschattet.
Natürlich habe ich auch sehr schnell gemerkt, wie sehr sich meine Freunde und generell alles in meiner alten Umgebung verändert hat. Es fiel mir teilweise sehr schwer mich wieder zu integrieren und ist mir erst richtig wieder nach ca. 1-2 Monaten gelungen. Seitdem habe ich teilweise noch meine Freunde, die ich vor Australien hatte aber auch einige neue Freunde.
Michelle Berges – Austauschschülerin in Australien




