Abschied und Heimreise
Auch wenn es etwas abgedroschen klingt, aber die schönsten Dinge sind doch immer viel zu schnell vorbei. Gerade hattest Du noch unheimliches Heimweh wolltest Dich am liebsten wieder zurück nach Deutschland "beamen" lassen und zum Ende Deines Schüleraustausches heißt es Abschied nehmen. Du verabschiedest Dich nicht nur von Deinen liebgewonnenen Freunden in der High School, sondern auch von Deiner Gastfamilie, die Dich wie ein richtiges Familienmitglied integriert hat. Dafür erwartet Dich aber die alte Heimat auch schon mit offenen Armen!
Hier erfährst Du, wie unsere Teilnehmer mit dem Thema Abschied und Heimreise nach dem Schüleraustausch umgehen.
So habe ich den Abschied erlebt - Erfahrungsberichte unserer Austauschschüler
Tränenvoller Abschied
Schon während meiner Zeit im Ausland habe ich oft an den Abschied und meine Heimreise gedacht. Ich konnte mich nie so richtig damit abfinden, zu verstehen, dass man die neugewonnenen Freunde vielleicht nie wieder sieht. Nach ungefähr fünf Monaten meines Aufenthaltes musste ich mich bereits von anderen Austauschschülern mit vielen Tränen verabschieden. Dann nach gut neun Monaten kam auch mein Abschied. Da mich meine Eltern und meine Schwester abgeholt haben, hieß das Kommen meiner Familie dann auch gleich Abschied, somit habe ich mich überhaupt nicht auf das Kommen von Ihnen freuen können. Ich hatte richtige Angst, meine Familie wiederzusehen. Naja, das ist dann alles gut verlaufen und es war eigentlich echt schön, Eltern und Geschwister wiederzusehen. Nach diesem Wiedersehen waren es dann nur noch zwei Tage ehe ich mich wirklich von allen Leuten verabschieden musste. Es war wirklich sehr schwer und ich habe schon damals versprochen, sie sobald wie möglich wieder zu besuchen.
Dann bin ich noch zwei Wochen mit meiner Familie im Wohnmobil rumgereist. Es war echt komisch, nicht mehr auf sich selbst angewiesen zu sein und wieder die eigenen Eltern um sich herum zu haben.
Nach einem langen Heimflug bin ich dann zu Hause von der gesamten Verwandtschaft und meinen Freunden begrüßt worden. Es war richtig schön, alle wiederzusehen. Dennoch waren die ersten Wochen, vielleicht sogar die ersten Monate, echt schwer: man hat sich immer nach seiner zweiten Heimat gesehnt und keiner seiner deutschen Freunde konnte einen so richtig verstehen. Auch jetzt noch, wo ich schon wieder ein halbes Jahr in Deutschland bin, vermisse ich noch alles sehr und hoffe, dass ich bald wieder nach Neuseeland reisen kann.
Jana Richter - Neuseeland
Der Abschied fiel mir nach der langen Zeit in Australien natürlich sehr schwer!
Als erstes musste ich mich von der Schule verabschieden. Dort wurde extra eine Farewell-Party organisiert, an der auch viele meiner australischen Freunde teilnahmen. Neben dem Schulleiter waren auch meine Fachlehrer da, die kurz die gemeinsame Zeit mit dem Austauschschüler vor der versammelten Menge kommentierten und besondere Leistungen anerkannten.
Der Abschied von den Freunden erfolgte in den folgenden Tagen und schließlich war der Tag gekommen, an dem ich meine Sachen packen musste, was natürlich schwer wurde, da man sich so viel gekauft hatte.
Den letzten Abend verbrachte ich mit meiner Gastfamilie zusammen bei einem schönen Abendessen und sie haben mir auch etwas zum Abschied geschenkt.
Am nächsten Morgen wurde ich schon sehr früh von meinem Gastvater zum Flughafen gebracht (meine gesamte Familie stand um 5 Uhr für mich auf, damit sie sich nochmal von mir verabschieden konnten) und die restliche Reise verbrachte ich dann alleine, was aber absolut keine Problem mit sich brachte – im Hinterkopf hatte man trotz allem ja immer noch die Freude auf die eigene Familie und das zu Hause in Deutschland!
Katharina Richard - Australien
Abschied fällt immer schwer...
Abschied fällt immer schwer von etwas Gutem. Doch besonders schwer viel es mir von Neuseeland. Schon einen Monat bevor ich geflogen bin und ich bestimmte Freunde das letzte Mal gesehen hab hatte ich Abschiedsstimmung. Doch davon kann man sich nicht runter reißen lassen. Immerhin wird man sie bestimmt wieder sehen.
Bei mir speziell ist meine Gastfamilie am selben Tag geflogen. Daher hatte ich nicht besonders viel Zeit um mich zu verabschieden. Es flossen dennoch viele Tränen sogar bei meinem Gastpapa und meinem Gastbruder. Nachdem meine Gastfamilie dann gegangen war kamen alle meine Freunde. Wir hatten uns noch was bei Mc Doof geholt und haben noch mal alles was wir erlebt haben Revue passieren lassen. Und natürlich flossen da auch schon Tränen.
Als wir uns dann gerade beruhigt hatten führten sie mich zum Gate und dann ging es erst richtig los. Ich heulte einfach hemmungslos. Und meine Freunde stimmten ein. Leute die an uns vorbei gingen guckten schon alle komisch, doch ließen wir uns davon nicht beirren. Als ich dann durch die Sichheitskontrolle ging und an das Glasdach guckte, sah ich meine Freunde mit riesen Zettel da stehen wo drauf stand "Wir Lieben Dich! Wir Vermissen Dich Nele!" Dann konnte ich endgültig nicht mehr. Ich musste mich hinsetzen. Als ich mich dann nach rund 20 Minuten wieder beruhigt hatte, wollte ich mir zu Letzten mal ein Neuseeländisches Eis kaufen und weil die Verkäuferin so viel Mitleid mit mir gehabt hatte, weil ich so fürchterlich geweint hatte, gab sie mir das Eis um sonst!
Nele Päsler - Neuseeland
Ein komisches Kapitel
Das ist echt ein komisches Kapitel. Ich habe das gar nicht realisiert, dass ich jetzt einfach aus meinem neuen Alltag raus soll, weg von meinen neuen Freunden und meiner zweiten Familie. Es ist ein Abschied auf unbestimmte Zeit, alles viel zu unwirklich.
Meine Gastmama hat schon zwei Tage vorher geweint, und beim Abschieds-Essen auch die ganze Zeit. Als es dann zum Flughafen ging, konnte meine Gastmama ihre Sonnenbrille gar nicht mehr abnehmen, weil sie so verheult war. Ich habe kaum geweint, weil ich es einfach nicht wahr haben wollte und nicht glauben konnte, dass mein Jahr am anderen Ende der Welt jetzt einfach vorbei sein soll.
Das ist echt schreckliche Sache an einem Austausch, aber gehört natürlich dazu. Dafür weiß man, dass man Zuhause von seinen Lieben erwartet wird.
Tiana Bätgen - Australien




