Auslandsjahr Irland: Länderinfos
Dublin, die Hauptstadt der Republik Irland, ist eine Stadt des Wandels und der Kontraste. Aus der einst unscheinbaren Metropole hat sich in den letzten zehn Jahren eine schillernde, vielfältige, moderne und aufregende und dennoch durch die Tradition jahrtausendealter Literatur und Musik geprägte Großstadt entwickelt. Die beeindruckende Architektur reicht von mittelalterlichen über georgianische bis hin zu ganz modernen Stilrichtungen. Dublin ist eine Gründung der Wikinger und wichtiger Ausgangspunkt der Christianisierung Europas. Dieser Geschichte verdankt die Stadt viele ihrer Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise das Dublin Castle und das Malahide Castle.
Berühmte Schriftsteller, allen voran James Joyce, und Musiker, von den Dubliners über Chris De Burgh bis zu U2, stehen für die Kreativität und Vitalität der Stadt. In den thematischen Museen wie dem Writers Museum, dem James Joyce Museum and Centre und Shaws Birthplace, kann man der Geschichte der Literatur nachgehen. Die sieben Bibliotheken der Stadt beherbergen heute knapp neun Millionen Bücher. Dublins berühmteste Firma ist sicherlich die Guinness Brauerei, aber auch die Gebrüder Lever begründeten hier mit "Sunlight" ihr Seifen-Imperium.
Irland Fakten
Hauptstadt: Dublin
Währung: Euro
Klima: Januar 5°C, Juli 15°C (Durchschnittstemp. Dublin)
Visum: Nicht notwendig
Essen: Irish Stew, Colcannon (Kartoffel-Kohl-Püree), Lachs, Soda Bread, Irish Scones
Sightseeing: Dublin (Trinity College), Ring of Kerry, Rock of Cashel, Cliffs of Moher, Klosteranlagen wie Clonmacnoise oder Glendalough, Connemara
Auslandsjahr Irland: Der Wandel von der irischen Milchkuh zum keltischen Tiger
70 Prozent der Fläche Irlands werden landwirtschaftlich genutzt. Hier wird vor allem Milchwirtschaft und Rinderzucht sowie Schafzucht betrieben. Im Ackerbau werden Gerste, Weizen, Zuckerrüben und Kartoffeln angebaut. Auffällig ist im Bereich der Energiewirtschaft die Verwendung von Torf, der fast in ganz Irland gestochen wird. Heute wird jedoch verstärkt zur Stromerzeugung auf Wasserkraft umgestellt.
Irland gehörte lange Zeit zu den ärmsten Ländern der EU. Durch Fördermaßnahmen der EU entwickelt sich die Wirtschaft seit den 90er Jahren recht positiv. Durch Steuervergünstigungen und niedrige Lohnkosten werden verstärkt ausländische Firmen ins Land gelockt, die besonders im Maschinenbau, dem Pharmabereich und der Elektronik für Neugründungen sorgen.
Die Inflation ist gering. Fast jeder fünfte Erwerbstätige ist arbeitslos. Durch das nach wie vor hohe Bevölkerungswachstum stehen auch die Prognosen für eine Verringerung der Arbeitslosigkeit schlecht.
Für den Tourismus ist die Insel erst in den letzten Jahren attraktiver geworden. Nach wie vor herrscht der Individualtourismus vor, für den die altirischen Kunstdenkmäler und Burgen, die einzigartige Landschaft und der eigenwillige Menschenschlag die Hauptanziehungskraft bilden.
Auslandsjahr Irland: Geschichte und Politik
In Irland findet man noch Zeugnisse der Megalithkultur. Hier wurden ca. 7.000 v. Chr. Dolmen und Hügelgräber angelegt, ca. 2.000 v. Chr. die Steinkreise. Im 1. Jahrtausend v. Chr. wurde die Urbevölkerung von Kelten unterworfen. Die keltischen Reiche bestanden aus Königen und einer starken Druiden-Schicht (Priester). Im 5. Jahrhundert n. Chr. begann die Christianisierung Irlands, in deren Zuge die Druiden entmachtet wurden und ein kirchlicher Klerus und eine Adelsschicht entstand.
Ende des 8. Jahrhunderts eroberten die Wikinger die Ostküste der Insel. Dublin wurde zur Hauptstadt des Wikingerreiches. Im 12. Jahrhundert begann mit Heinrich II die englische Herrschaft über Irland. Der Machtbereich dehnt sich von Osten langsam aus. 1541 wurde Heinrich VIII von England auch zum König von Irland. Jetzt wurde auch begonnen, mit dem anglizistischen Glauben den in Irland vorherrschenden Katholizismus zu bekämpfen. Nach einem gescheiterten Aufstand der Iren begannen die Engländer mit der Besiedlung des Nordens der Insel durch Protestanten, die schon im 17. Jahrhundert die Mehrheit der Bevölkerung stellten. Nach zahlreichen Unruhen bis ins 18. Jahrhundert kam Irland 1801 zum Königreich Großbritannien.
Bedingt durch anhaltende Missernten gab es in Irland zwischen 1845 und 1850 eine große Hungersnot, der etwa eine Million Iren zum Opfer fielen; eine weitere Million Iren wanderte zu dieser Zeit aus. 1922 trat ein Vertrag in Kraft, der Irland zum Freistaat erklärte. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Anerkennung Irlands durch Großbritannien.
Der große Auswanderungstrend wurde im 19. Jahrhundert durch die schlechte Versorgungslage noch verstärkt. 1961 waren nach den Auswanderungen und dem Zweiten Weltkrieg, in dem sehr viele Iren fielen, von den 8,5 Millionen Menschen, die 1845 in Irland gelebt hatten, nur noch 2,8 Millionen übriggeblieben. Die meisten Iren versuchten ihr Glück in Großbritannien oder in den Vereinigten Staaten von Amerika. Selbst heute noch flüchten viele Iren vor der Arbeitslosigkeit ins Ausland.
Dublin - eine Stadt zum Verlieben
Das pulsierende Leben Dublins wird vor allem während der Festivals in Temple Bar, dem kulturellen und historischen Zentrum Dublins, spürbar. Auf der Grafton Street, einer der schönsten Fußgängerzonen der Welt, findet man sicher das ein oder andere schöne Mitbringsel. Neben Dublin selbst lohnt sich auch der Besuch der Umgebung wie die Dubliner Berge im Südwesten oder die kilometerlangen Sandstrände im Südosten und Nordosten, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind. Golfen, Reiten, Fischen und Tontaubenschießen sind die klassischen Freizeitsportarten, die im Umland von Dublin angeboten werden.
Die Sprache Irisch
Die irische Sprache ist eine von drei gälischen Sprachen (die beiden anderen gälischen Sprachen werden auf der Isle of Man bzw. in Schottland gesprochen) und gehört damit auch zu den keltischen Sprachen.
Irisch ist die Hauptamtssprache der Republik Irland. Orts- und Straßenschilder beispielsweise findet man in der ganzen Republik zweisprachig, und auch Gesetze müssen in beiden Sprachen veröffentlicht werden – also Englisch und Irisch. Das gesprochene Irisch wirst Du allerdings selten hören – es sei denn, Du besuchst die Gegenden, v.a. im Westen des Landes, in denen irisches Gälisch die offiziell vorherrschende Sprache ist – diese Regionen in den Grafschaften Donegal, Mayo, Galway, Kerry, Cork, Waterford und Meath werden als Gaeltacht bezeichnet. Hier leben ca. 85.000 Menschen, die als Zweitsprache i.d.R. fließend Englisch sprechen. Auch wenn es also insgesamt recht wenige Sprecher gibt, findet man im Land eine rege irische Literaturszene, und große Teile der Bevölkerung haben Irisch zumindest in der Schule gelernt.
Ohne es selbst gelernt zu haben, wirst Du Irisch nicht verstehen, nicht einmal erahnen können, was ein Satz, den Du hörst oder liest, heißen mag. Aber keine Sorge, die fast vier Millionen Iren werden Dich verstehen, denn mit Englisch kommst Du bei Deinem Auslandsjahr in Irland in jedem Fall landesweit bestens zurecht!
Das Wetter beim Auslandsjahr Irland
Irland hat ein gemäßigtes Klima; es herrscht weder starke Hitze noch große Kälte. Die Sommer sind kühl. Die wärmste Zeit sind die Wochen im Juli und August. Es herrschen dann durchschnittlich Temperaturen von 15-16°C.
Der irische Winter ist milder als der des europäischen Festlandes. Im kältesten Monat, Februar, werden im Durchschnitt Temperaturen von 4-6°C gemessen.

















