Auslandsjahr Indien: Länderinfos
Indien ist aus europäischer Sicht eins der exotischsten Länder der Welt und noch dazu in sich selbst so vielseitig und abwechslungsreich. Wenn Du ein Jahr an einer HighSchool in Indien verbringen möchtest, solltest Du Dich vorab gut über Indien, das Leben, Kultur und Gebräuche vor Ort informieren und Dir bewusst sein, dass Du Dich in einen komplett anderen Kulturraum begeben wirst. Ein paar wichtige Infos haben wir hier bereits für Dich zusammengefasst.
Indien Fakten
- Hauptstadt: Neu Delhi
- Währung: Indische Rupie ( ca. 0,02 €)
- Klima: Januar 15°C, Juli 30°C (Durchschnittstemp. Jaipur)
- Amtssprache: Hindi, Englisch, 21 weitere anerkannte Sprachen
- Visum: Schüler- und Studentenvisum
- Essen: verschiedenste Curry-, Masala und Paneergerichte (ein Paradies für Vegetarier!), diverse Brotsorten, Chai-Tee, Lassi
- Sightseeing: Jaipur mit Pink City, Amber Fort, Stadtpalast und Palast der Winde, Tigersafari im Ranthambore Nationalpark, Taj Mahal, Dörfer der Shekawatiregion
Land und Leute bei Deinem Auslandsjahr in Indien
Bei Deinem Auslandsjahr in Indien, wirst Du das indisches Leben hautnah erleben und solltest Dich daher vorab über die verbreitesten Glaubensrichtungen informieren.
- Etwa 85% der indischen Bevölkerung sind Hinduisten.
- Ca. 11% sind Gläubige des Islams
Der Hinduismus zählt zu den ältesten Religionen der Welt und ist in seinen verschiedenen Ausprägungen unwahrscheinlich vielfältig. Zentral ist die Vorstellung einer zyklischen Wiederkehr von Geburt, Tod und Wiedergeburt. Die Seele wandert von einem Leben zum nächsten. Um die ersehnte Erlösung zu erlangen, muss ein Hindu die Pflichten, die ihm durch seine Kaste vorgegeben sind, erfüllen.
Kleiner Sprachführer Hindi
- Hallo! - Namaste!
- Danke. - Shukhriya.
- Wie heißen Sie? - Aapka naam kya hai?
- Mein Name ist… - Mera naam...
- Wo ist die Toilette? - Saunchalay (gesprochen –"sawchaalay") kahan hain?
- Ich habe Hunger! - Mujhey bhookh lagi hai!
- Auf Wiedersehen. - Alvida.
- Wie teuer ist das? - Ye kitne ka hai?
- Ich verstehe nicht. - Meri samajh mein nahin aya.
- 1, 2, 3, 4, 5 - shuny, ek, do, teen, char
- 6, 7, 8, 9, 10 - panch, chhah, saat, aath, nao
Hindus verehren eine ganze Reihe von Gottheiten, denen sie sowohl im eigenen Haus als auchin Tempeln ihre Verehrung entgegenbringen. Wallfahrten zu heiligen Plätzen sind fester Bestandteil der Glaubenspraxis.
Weitere in Indien vertretene Glaubensrichtungen sind der Jainisismus (die Wiedergeburt schließt in dieser Glaubensrichtung auch Tiere und Pflanzen ein; hohe Bedeutung wird der Meditation beigemessen sowie der Achtung vor allem Lebendigem), der Buddhismus (Buddha verkündet ebenfalls die Wiedergeburt; es gibt aber keine Götter wie im Hinduismus zu denen man um Erlösung betet, vielmehr kann man dem Kreislauf der Wiedergeburten nur entrinnen, wenn man bestimmte Regeln befolgt), der Sikhismus (Mischung aus Islam und Hinduismus) und der Zoroastrismus (persischen Ursprungs, der Mensch wird am Ende seines Lebens nach seinen Gedanken und Taten beurteilt).
In Indien leben etwa 3,5 Prozent Christen.
Auslandsjahr Indien: Kulinarisches
Die indische Küche ist äußerst vielseitig und weltberühmt und besonders Vegetarier werden bei einem HighSchool Aufenthalt in Indien schlemmen können. Aber aus Lamm- und Geflügelgerichte werden in zahlreichen Varianten angeboten. Als Beilagen gibt es verschiedenen Reissorten und Fladenbrote, z.B. Chapatis, Rotis, Nans. Unter "Curry" wird in Indien eine für jedes Gericht individuelle Gewürzmischung verstanden, meist mit Chili, Koriander, Kardamom, Safran und Kreuzkümmel.
In Nordindien sind die Speisen fetthaltig und nicht so scharf gewürzt kocht. Als Beilage wird Brot bevorzugt. In Nordindien wird als Getränk der Tee dem Kaffee vorgezogen. Spezialitäten der nordindischen Küche sind beispielsweise Tandoori-Gerichte, bei denen Gemüse und Fleisch in einer Joghurt-Gewürzmarinade in einem speziellen Backofen gebacken werden.
Die südindische Küche ist leicht, oft vegetarisch und schärfer als die nordindische. Vor allem die Gewürzkombinationen Südindiens sind berühmt. Die südindische Küche bietet sogenannte "Thalis", eine Platte mit Gemüsen, Joghurt und Chutney an. Dazu gibt es Reis. Auch die Snacks in den südindischen Restaurants sind sehr schmackhaft. Als Getränk wird Kaffee bevorzugt.
Die Desserts in Indien sind süß und lecker. So ist beispielsweise "Barfi", ein Milchdessert mit Gewürzen und Nüssen oder "Kulfi", indisches Eis mit Kardamom- oder Pistanziengeschmack, sehr zu empfehlen. Als Getränke werden neben Tee und Kaffee Softdrinks wie Cola, Lime Soda oder Kokosnussmilch angeboten.
Sitten und Gebräuche erleben beim Auslandsjahr in Indien
Indien ist bekannt für farbenprächtige Feste und Du solltest bei Deinem Auslandsjahr in Indien nicht versäumen mindestens eins davon zu besuchen:
- 26. Januar: Tag der Repbulik mit einem großen Umzug in Delhi samt Militärparaden und Elefanten.
- Februar/März: Hindu-Fest Holi in Nordindien
- Juni/Juli: Autofest in Puri, bei dem ein riesiges Tempelfahrzeug durch die Stadt gezogen wird
- 2. Samstag im August: Nehru Cup Snake Boat Race in Kerala, ein Bootsrennen in Alappuzha
- August/September: Gansh chaturhthi Fest in ganz Indien, besonders eindrucksvoll in Maharashtra.
- Oktober: Dussehra Fest mit dem Fest der Götter in den Bergregionen, besonders spektakulär in Mysore oder Ahmedabad.
- November: Kamel Fest in Pushar in Rjastan (riesig und farbenprächtig)
- November: Hindu-Fest Diwali über 5 Tage
- Alle drei Jahre: Kumbh Mela Fest im Wechsel in Allahabad, Hardwar, Nasik und Ujjain statt, bei dem ein alter Konflikt zwischen Göttern und Dämonen nachgespielt wird. Ei gigantisches Spektaktel.
Klima, Wetter und Natur in Indien
Indien ist riesig und dementsprechend unterschiedlich sind die Regionen samt ihrer Tierwelt, die Du während Deines Jahrs an einer HighSchool in Indien entdecken kannst.
Klima und Wetter: Mitte April bis Mitte Juni ist die heißeste Zeit in Indien. Während die Hitze im Binnenland sehr trocken ist, wird sie in den Küstenregionen von hoher Luftfeuchtigkeit begleitet. Grundsätzlich unterteilt sich Indien in zwei Klimazone: subtropisches Kontinentalklima in Nord- und Zentralindien und tropisches Klima in Südindien.
In der subtropischen Zone ist die Regenzeit von Juni bis September. An die Monsunzeit schließt sich dann nochmals eine kurze Hitzeperiode an (meist in den Monaten September und Oktober). In den tropischen Regionen beginnt die Regenzeit Mitte Oktober und dauert bis ungefähr Mitte November. Die großen Niederschlagsmengen, besonders entlang der Küste, sind häufig mit Überschwemmungen verbunden.
Vegetation: Der klassische indische Dschungel ist nur noch in wenigen Landesteilen anzutreffen. Der größte Teil des Landes ist Kulturland geworden. Im Himalaya kann man bis knapp unterhalb der Schneegrenze (5.000 m) Rhododendren und Wacholder finden. In tieferen Lagen gibt es auch Wälder.
Mais kann bis etwa 3.000 m angebaut werden, wobei Getreide nur unter 2.600m und Reis gar nur unter 2.000 m kultiviert werden kann. In den anderen Regionen Indiens findet man je nach Niederschlagshäufigkeit Palmen (Kokos, Datteln, Betelnuss), dazu Tee und Kaffee, Sandelholz, Baumwolle, Zuckerrohr, Erdnüsse, Tabak und viele andere Wirtschaftspflanzen. Bambus wächst so gut wie überall.
Tierwelt: Die Kuh gilt in Indien als heilig. Entstanden ist diese Besonderheit durch die herausragende Bedeutung, die Rinder beim Ackerbau hatten, wo sie zur Bodenbestellung unerlässlich waren. Diese lebenserhaltende Funktion wandelte sich durch den buddhistischen Einfluss der Nichtverletzung des Lebens schließlich in ein Tötungsverbot für Rinder.
Der bengalische Tiger ist durch die inzwischen verbotene Jagd ziemlich dezimiert worden, es werden nur noch etwa 6.000 Tiere in Indien vermutet. Zum Schutz der Tiere und ihres Lebensraumes gibt es inzwischen einige Reservate. Darüber hinaus gibt es in Indien aber auch noch andere Großkatzen, darunter Löwen, Leoparden und Geparden. Mit etwas Glück kann man im westindischen Gir-Reservat oder im Kumbhalgarh-Schutzgebiet Lippenbären beobachten. Elefanten werden nach wie vor zur Waldarbeit eingesetzt.
Affen kann man fast überall sehen. Einige Rhesusaffen genießen in Tempeln besonderen Schutz und leben zum Teil sogar in den Städten. Der Pfau ist der indische Nationalvogel und wird gerne als Haustier gehalten. Der inzwischen auch in Europa gut bekannte Beo wird gern in Gefangenschaft gehalten, da er außerordentlichgut sprechen kann. Seine Stimme ist durchdringend, und er kann Geräusche täuschend echt nachmachen.
Termiten fallen vor allem durch ihre rostroten Hügel auf. In diesem komplizierten Konstrukt aus Lehm, Holzresten und Speichel leben bis zu drei Millionen Termiten. Besonders schön sind die Schmetterlinge, deren größter Vertreter eine Spannweite bis zu 20 cm aufweisen kann.
Geschichte, Politik & Wirtschaft in Indien
Wer ein Auslandsjahr in Indien verbringen möchte, sollte sich vorab auch gut über die politische und wirtschaftliche Situation in Indien erkundigen. Hier schon einmal ein paar Kurzinfos:
Geschichte & Politik: Die politische Geschichte Indiens liegt nach der Eroberung der Draviden im Jahre 3.000 v. Chr. für mehrere Jahrhunderte im Dunklen.
- Um etwa 1.200 v. Chr. wanderten Hirtenkrieger ein, welche die nordindische Ebene eroberten und das Kastensystem einführten.
- Um die Mitte des ersten Jahrhunderts v. Chr. wirkte Buddha im heutigen Bihar.
- Alexander der Große führte 326 v. Chr. eine Expedition nach Nordindien.
- In der Folgezeit bestanden dort mehrere Großreiche, darunter die Maurya-Dynastie und das Gupta Reich.
- Schon 732 n.Chr. wurde Sind von den Arabern unterworfen, aber erst um 1200 kam es dort zu einer islamischen Staatenbildung.
- Unter der Mogulherrschaft Akbars wurde fast ganz Indien zueinem Reich vereint. Das Mogulreich erreichte seine kulturelle Blüte und die indisch-sarazenische Architektur wurde ausgebildet, deren berühmtestes Beispiel das Taj Mahal ist.
- Erst durch das Eindringen afghanischer Eroberer sowie der Europäer (Portugiesen, Niederländer, Franzosen, Briten) im 18./19. Jahrhundert änderten sich die Machtverhältnisse.
- 1858 wurde Indien direkt der britischen Krone unterstellt. Unabhängigkeitsbestrebungen, die sich beispielsweise im Großen Indischen Aufstand von 1857/58 entluden, folgten Perioden brutaler Unterdrückung durch die Truppen der britischen Kolonialmacht. Aber auch Gewalt konnte nicht verhindern, dass 1885 in Puna der Indian National Congress gebildet wurde.
- Nach dem Ersten Weltkrieg (an dem indische Einheiten an der Seite Großbritanniens teilnahmen) führte Mahatma Gandhi eine Bewegung des Zivilen Ungehorsams an und rief zum Boykott britischer Waren auf.
- 1947 wurden Indien und Pakistan (seit 1940 geteilt) in die Selbstständigkeit entlassen. Streitigkeiten zwischen Indien und Pakistan, bei denen es hauptsächlich um die Provinz Kaschmir ging, entluden sich von 1947 bis 1949 sowie 1965.
- In den 70er Jahren unterstützte Indien die staatliche Verselbstständigung Ostpakistans zu Bangladesch.
- Die nachfolgende Periode war gekennzeichnet durch immer wieder auflebende religiöse Konflikte wie etwa die Autonomiebestrebungen radikaler Sikhs im Punjab, die blutig niedergeschlagen wurden.
- Der Dauerkonflikt zwischen Hindus und Moslems entlud sich 1992/1993 in blutigen Unruhen.
- Auch in der Beziehung zu Pakistan treten immer wieder Streitigkeiten auf.
Wirtschaft: Mehr als zwei Drittel der indischen Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Auf fruchtbarem Boden kann es bis zu drei Ernten im Jahr geben. Die meisten Höfe sind sehr klein. Reis ist das wichtigste Anbauprodukt und gleichzeitig das Hauptnahrungsmittel weiter Kreise der indischen Bevölkerung. Indien gehört aber auch zu den weltgrößten Produzenten von Zuckerrohr, Tee, Baumwolle und Jute.
Andere Anbauprodukte sind neben Kaffee, Sorghum, Hirse, Mais, Gerste, Kichererbsen und Bananen auch Mangos, Gummi, Leinsamen, Erdnüsse sowie verschiedene Gewürze. Die Viehzucht (Büffel, Pferde und Esel) ist für die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Kamele gehören in den Trockengebieten des Punjab und Rajasthans zu den wichtigsten Lasttieren. Schafe und Ziegen werden hauptsächlich wegen der Wolle gezüchtet.
Die vielfältigen Bodenschätze bildeten die Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung Indiens nach der Unabhängigkeit. Das Land gehört zu den weltweit führenden Produzenten von Eisenerz, Kohle und Bauxit. Die älteste und immer noch wichtigste Industrie-Branche Indiens ist die Textilindustrie (es werden hauptsächlich Baumwollstoffe hergestellt).
In den letzten Jahren erlebte auch die Computerindustrie, insbesondere der Softwarebereich, einen gewaltigen Aufschwung. Die südindische Stadt Bangalore gilt als das "Silicon Valley" Indiens.









