Auslandsjahr Argentinien: Länderinfos
Die Argentinier gelten als Italiener, die Spanisch sprechen und glauben, sie seien Engländer. Das kommt nicht von ungefähr, denn viele Argentinier haben europäische Wurzeln oder Familienangehörige in Europa. Deshalb sind sie vor allem europäischen Ausländern gegenüber sehr aufgeschlossen, und man kommt leicht mit ihnen ins Gespräch. Überhaupt sind die Argentinier sehr gastfreundlich. Aus einem netten Smalltalk auf der Straße oder im Café kann schnell eine Einladung zum Maté-Tee oder zu einem „Asado“ (landestypisches Grillen) werden.
Auf die Nachbarländer ist man hier allerdings nicht gut zu sprechen, denn es bestehen gegenüber Chile, Bolivien und Paraguay verschiedene Rivalitäten. Diese resultieren zum einen aus der Geschichte der Argentinier, aber auch aus Rivalitäten im Fußball, Wirtschaft etc. Daneben gilt Argentinien als Geburtsort des Tangos, einem dynamischen argentinischen Tanz, der von Buenos Aires aus die Welt eroberte. Er verkörpert Sehnsucht und die Suche nach Geborgenheit in der Umarmung eines Tanzes.
Wie alles andere in Argentinien ist auch die einheimische Küche stark europäisch geprägt. Vor allem steht aber Rindfleisch in allen seinen Variationen auf der Speisekarte – gegrillt, gebraten oder gekocht – einfach himmlisch. Nationalgetränk ist nicht etwa irgendein Cocktail oder Rum. Die Argentinier sind verrückt nach Mate-Tee, dem erfrischenden Getränk, das aus einem kugeligen Becher mit einem metallenen Halm getrunken wird.
Argentinien Fakten
Hauptstadt: Buenos Aires
Währung: Argentinischer Peso ( ca. 0,19 €)
Klima: Januar 25°C, Juli 11°C (Durchschnittstemp. Buenos Aires)
Visum: Schülervisum
Essen: Churrasco(berühmten Steaks), Asado (Rostbraten), Arroz con Pollo (Eintopf mit Reis, Huhn, Eiern, Gemüse und scharfer Soße), Puchero de Gallina (Huhn, Würstchen, Maismehl und Kartoffeln), Empanada (gefüllte Teigtaschen), Carbonada (Eintopf aus Kürbis, Maiskolben, Fleisch und Pfirsichen)
Sightseeing: La Boca (Hafenviertel in Buenos Aires), San Telmo (historisches Viertel in Buenos Aires), Iguazú Wasserfälle, Gletscher Perito Moreno
Gebräuche - im Auslandsjahr Argentinien miterleben
Im Nordosten des Landes werden prächtige Karnevalsfeste gefeiert. Wenn Du zu dieser Zeit eine Auslandsjahr in Argentinien besuchst, solltest Du Dir so ein Ereignis nicht entgehen lassen. Ebenso interessant sind die Missionsfeste der Immigranten in Oberá und die Orchideenfeste in Montecarlo.
Man sieht viele Tänze und hört viel Volksmusik.
Auslandsjahr - Argentinien: Wirtschaft
In Argentinien sind rund 30 Prozent der Erwerbstätigen in der verarbeitenden Wirtschaft beschäftigt. In der Land- und Waldwirtschaft sowie in der Fischerei sind es 17 Prozent. Acht Zehntel Weideland machen die überragende Bedeutung der Viehwirtschaft klar. Den größten Anteil daran haben aber nicht Rinder, sondern Schafe. Auch die Schweinezucht spielt in einigen argentinischen Provinzen eine Rolle.
In den letzten Jahrzehnten ging es Argentinien hauptsächlich darum, eine eigene Industrie aufzubauen, um die Abhängigkeit vom Agrar-Weltmarkt zu verkleinern. Man begann mit der Einfuhr von Halbfabrikaten und deren Verarbeitung oder Montage. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Fahrzeug- und Karosseriebau. Führend wurde die Textil- und Bekleidungsindustrie, die auf eigene Rohstoffe zurückgreifen kann. Neben Buenos Aires wurde Rosario zur wichtigsten Industriestadt; dort liegt heute das Zentrum der chemischen Industrie. Auch der Bergbau - Erdöl, Erdgas, Eisen, Blei, Zink, Zinnerz, Schwefel und Kalk - ist viel wichtiger geworden.
Der Tourismus nimmt zu, spielt aber für die Wirtschaft des Landes noch keine große Rolle.
Geschichte - Auslandsjahr Argentinien
Drei Länder in Südamerika hatten einen gemeinsamen Namen und lange Zeit hindurch eine gemeinsame Geschichte: die "La-Plata-Länder" Argentinien, Paraguay und Uruguay. 1492 entdeckte Kolumbus Amerika. Die Spanier drangen 1536 ins heutige Argentinien ein und bauten als erstes ein Fort, das sie "Puerto de Nuestra Señora de Santa Maria del Buen Aire" nannten. Daraus wurde Argentiniens heutige Hauptstadt Buenos Aires. 1776 wurde das spanische "Vizekönigreich Rio de la Plata" gegründet. Es umfasste die drei genannten Staaten. Als Anfang des 19. Jahrhunderts Spanien im Kampf gegen England seine Flotte verloren hatte, besetzten die Engländer Buenos Aires. Von da an wurde die innenpolitische Situation der La-Plata-Staaten unübersichtlich. Paraguay spaltete sich zuerst ab, später dann auch Uruguay. 1853 entstand aus der Föderation "Provincias Unidas del Rio de la Plata" die "Republik Argentinien". 1890 war Buenos Aires die größte und wichtigste Stadt in Lateinamerika.
Erst 1916 fanden in Argentinien die ersten Wahlen statt. 1944 führte Juan Domingo Perón, argentinischer Sozial- und Arbeitsminister, eine für Südamerika beispiellose Sozialpolitik ein - mit höheren Löhnen und fester Arbeitszeit. Die Armen des Landes sahen in ihm ihren Retter und wählten ihn 1946 zum Präsidenten. Er regierte weitgehend undemokratisch und starb 1974. Heute ist Argentinien eine demokratische Bundesrepublik.
Auslandsjahr-Argentinien: Sightseeing
Buenos Aires
Buenos Aires ist eine der größten Städte der Welt. Bei aller moderner Struktur und dynamischer Aktivität gelang es dennoch, alte Traditionen und typische Winkel zu erhalten. Ganz besonders faszinierend ist die Verschiedenheit der einzelnen Stadtviertel.
Das Zentrum der riesigen Stadt ist die Plaza del Congreso. Von hier aus lohnt es sich, die Avenida de Mayo mit ihren prächtigen Gebäuden der verschiedensten Baustile entlang zu spazieren. Ganz in der Nähe liegt die Plaza de Mayo, die von symbolträchtigen Gebäuden gerahmt wird, beispielsweise von der Kathedrale und der Casa Rosada, dem Sitz des Präsidenten. Wenige Häuserblocks weiter liegen andere historische Bauten wie die Kirche San Ignacio, die älteste der Stadt.
Die Fußgängerstraße Florida ist ein wichtiges Einkaufszentrum, das mit der "City", dem Finanzzentrum des Landes, verbunden ist.
Eines der ältesten Stadtviertel ist San Telmo, in dessen restaurierten Kolonialhäusern Künstler und Kunsthandwerker leben. Dort gibt es auch zahlreiche Tango-Lokale und auf der Plaza Dorrego an jedem Sonntag den pittoresken Antiquitätenmarkt von San Pedro Telmo. Pittoresk ist auch das Viertel La Boca - die Gegend, in der die aus Genua eingewanderten Italiener lebten.
Feuerland
Ganz im Süden Argentiniens, abgeschnitten vom Festland durch die Magellan-Straße, befindet sich das Archipel Feuerland (Tierra del Fuego). Feuerland ist zweigeteilt, ein Teil gehört zu Argentinien, der andere zu Chile.
Auf argentinischer Seite liegt Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt. Einen Besuch des "Museo del Fin del Mundo", einem Museum, das über die Geschichte, Völkerkunde und die Natur Feuerlands informiert, sollte man sich nicht entgehen lassen.
Sehenswert ist auch der Nationalpark Tierra del Fuego, der ganz in der Nähe von Ushuaia liegt. Seine abwechslungsreiche Landschaft, bestehend aus Gletschern, Seen, Moorgebieten und Wäldern, lädt zum Wandern ein. Wer möchte, kann auch ein paar Kilometer mit einer kleinen Eisenbahn, "Tren del Fin del Mundo" genannt, zurücklegen.
Salta
Von dieser Stadt mit ihren zahlreichen Spuren des Kolonialismus fährt von April bis November der "Zug in die Wolken" (Tren a las Nubes). Das ist eine abenteuerliche, 217 km lange Bahnfahrt, die kurz nach San Antonio des los Cobres am Viadukt La Polvorilla endet. Diese spektakuläre Stahlbrücke ist 224 m lang und liegt 63 m über den Talgrund. Hier, am Endpunkt der Fahrt, wird zudem mit 4.220 m die größte Höhe erreicht.
Iguazú-Wasserfälle
Hier stürzen sich auf 2,7 km Breite und aus 70 m Höhe die Wassermassen über 275 Kaskaden in die Tiefe. Im Iguazú-Nationalpark wurden viele Wege und Stege angelegt, die eine gute Aussicht auf die Fälle gewähren. Aber auch die üppige subtropische Vegetation und die Tierwelt sind beeindruckend.
Valdés
Dies ist eine Halbinsel an der Ostküste, zwischen dem Golf San José und dem Golfo Nuevo. Hier trifft man zwischen Mai und Dezember viele Meeres-Säugetiere. Kolonien von Seehunden spielen zwischen kleinen Inseln und Riffen, See-Elefanten haben auf der Halbinsel eine auf der Welt einzigartige Enklave. Dort finden sich auch pünktlich zur Paarung die Wale des Südens ein. Zum Paarungsritual der Glattwale gehört, dass sie ganz aus dem Wasser auftauchen und tonnenweise Schaum versprühen, um sich dann wieder ins Meer zurückfallen zu lassen.
Von Puerto Pirámide am Fuß der Halbinsel Valdés werden Exkursionen organisiert, um die Welt der Meerestiere zu besuchen. Aber auch bei Punta Pirámide selbst lagern und paaren sich Seelöwen. Und Punta Delgada, an der Südostecke der Halbinsel, ist ein Zufluchtsort für Seelöwen und See-Elefanten.
An der ganzen Halbinsel sieht man auch Pinguine und Guanakos, Maras und Nandus, die bei Ebbe von ihren Inseln in der Nachbarschaft herüberkommen. Bei Punta Norte, im Norden der Halbinsel, kann man die weithin größte Seelöwen-Kolonie besuchen.
Nationalpark Nahuel Huapi
Der See Nahuel Huapi, dessen Ausläufer in die Wälder des Nationalparks eindringen, entstand aus einem Gletscher. Am Ufer des Sees, in San Carlos de Bariloche, wurde ein erstklassiges Fremdenverkehrszentrum mit einem breiten kulturellen Angebot aufgebaut. Bariloche ist auch für seine Gastronomie berühmt. Es gibt dort Hirsch- und Wildschweinbraten, Zuchtforellen und -lachse - besonders aber Süßigkeiten: über 130 verschiedene Schokoladenarten locken den Feinschmecker.
Von Bariloche führen Rundfahrten zu den Anden-Bergen López, Otto und Tronador mit ihren berühmten Gletschern. Ferner werden Ausflüge zur Halbinsel Llao Llao angeboten. Von dort geht es über den See Nahuel Huapi bis nach Puerto Blest, zur Insel Victoria und zum nächsten Nationalpark am Lago Puelo.
Nationalpark Laguna Blanca
Westlich von Neuquén am Rio Negro liegt der Nationalpark Laguna Blanca. Hier kann man moderne Motorboote und Katamarane mieten, um über die zahlreichen Seen zu fahren. Man trifft im Naturpark auch auf Gruppen der Mapuche-Indianer. Die meisten wohnen an den Ufern des Rucharoi-Sees.


















